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Künstlerin des Monats Juni 2016: SEONA SOMMER (Köln)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Im Oktober 2004 habe ich mir ein paar Pinsel und eine Leinwand gekauft. Da war mein Schicksal besiegelt. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

Ich mache überwiegend Porträts und möchte sowohl die Vielfalt an kultureller Diversität als auch die einzigartige Schönheit jedes Einzelnen abbilden. Und ich würde sagen, dass ich mit den Figuren, die ich male oder zeichne, beim Malen eine enge Freundschaft schließe.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Zum einen liebe ich mehr oder minder großformatige Ölmalerei. Ich mag die Konsistenz und Verarbeitungsweise der Farbe. Ich schätze auch sehr die langsame Trocknungsweise und benutze keinerlei Schnelltrockner. Die Geduld, die ich sonst oft im Leben nicht aufbringen kann, übe ich hier mit voller Leidenschaft und Inbrunst aus. Ich zeichne aber in letzter Zeit auch sehr gerne mit Kohle oder Bleistift. Ich schätze daran zur Abwechslung auch den Effekt des schnellen Ergebnisses. Außerdem kann man sich bei Schwarz-Weiß-Bildern immer wieder sehr intensiv mit den so wichtigen Basics für die realistische Kunst, insbesondere was Tonwerte sowie Licht und Schatten betrifft, beschäftigen.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Das Bild ist in diesem Jahr entstanden und ist bisher noch nicht öffentlich ausgestellt worden. Es ist 140 x 100 cm und in Öl gemalt. Ich hatte das gleiche Bild bereits vor ein paar Jahren gemalt und jetzt – mit neuen Techniken und Möglichkeiten – komplett überarbeitet. Die besondere Herausforderung waren für mich die Haare, mit denen ich immer wieder Schwierigkeiten habe. Um sie realistisch darzustellen, müssen nicht nur die Tonwerte stimmen. Auch „der Schwung“ muss eine gewisse Leichtigkeit erhalten.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Das ist unterschiedlich. Oft sind Reisen in andere Länder und Kulturen „schuld“. Aber manchmal sitze ich auch einfach in der Straßenbahn oder auf einer Familienfeier und beobachte die ganz unterschiedlichen Menschen hier in meiner Stadt. Der „Funke“ kann aber auch entstehen, wenn ich eine neue technische Möglichkeit entdecke und die dann unbedingt umsetzen möchte. Dann suche ich erst im Nachhinein das passende Motiv dazu.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

Neben der allgemeinen Verehrung von Gerhard Richter und seinem realistischen Werk wurde und werde ich besonders von dem deutschen Hyperrealisten Dirk Dzimirsky inspiriert. Er hat es als Autodidakt zu absoluter Meisterschaft in seinem Genre und internationaler Anerkennung auf sehr hohem Niveau gebracht. Letztes Jahr durfte ich ihn kennen lernen und einen Workshop bei ihm besuchen. Ein absolutes Highlight für meine künstlerische Entwicklung.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Jeder Mensch ist etwas Besonderes und verdient es, einmal im Mittelpunkt zu stehen.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Technisch gesehen befinde ich mich gerade in einer wichtigen Umbruchphase. Dadurch, dass ich gerade sehr viel in schwarz-weiß zeichne, fühlt es sich nach vielen Jahren farbenreicher Ölmalerei manchmal so an, als würde ich wieder von vorne anfangen. Andererseits stelle ich gerade bei diesen Zeichnungen eine enorme Qualitätssteigerung fest. Ich bin selbst sehr gespannt, was in nächster Zeit entsteht. Ich habe derzeit keinen festen Plan, sondern lasse mich treiben. So arbeite ich gerade sowohl an der nächsten Kohlezeichnung als auch an einem Ölbild - beides Porträts.

 

9. Was ist Ihr künstlerisches Ziel?

Ich möchte erreichen, dass meine Kunst im Genre Hyperrealismus eingeordnet wird. Die Techniken und Effekte des Hyperrealismus sind eine große Herausforderung und Motivation für mich. Im zeichnerischen Bereich und in schwarz-weiß habe ich hier durch den Workshop bei Dirk Dzimirsky bereits einen enormen Sprung gemacht. Außerdem wünsche ich mir, dass mehr Menschen auf die Idee kommen, sich porträtieren zu lassen - am liebsten natürlich von mir!

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Anfang September nehme ich an den Unkeler Höfen teil. Und ab Ende Oktober bin ich natürlich bei den 3. Brücker Kunsttagen zu sehen - da stelle ich dann auch das oben gezeigte Bild aus.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

Organisation & Kontakt:

Seona Sommer

Udo Funk

Flyer & Plakat & Webseitendesign:

Ekkehard Florin

Mail: info(at)bruecker-kunsttage.de

Tel.: 0163-8412030