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Künstler des Monats Oktober 2016: JENS OCHEL (Köln)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Erst relativ spät nach Studium und Promotion bin ich zur Malerei gekommen. Rückblickend war für mich entscheidend, nicht geprägt zu sein von akademischem Denken, von dem, was man künstlerisch tun darf und was nicht. Meine Malerei war von Anfang an eine spielerische, experimentelle und Grenzen überschreitende.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

Das ist für mich selber gar nicht leicht zu beantworten. Ich denke, dass man meinen Bildern ansieht, dass hier jemand agiert, der sich frei macht von künstlerischen Vorschriften und Freude an kräftigen Farben hat.

 

Mit meiner fluiden Malerei habe ich eine eigene, besondere Handschrift entwickelt. Die Farbverläufe in diesen Bildern sind für mich ein Sinnbild für systemische Zusammenhänge. Alles hängt mit allem zusammen, es gibt keine einfachen Kausalitäten. Ich nenne deshalb diese Technik auch systemische fluide Malerei.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

In meiner Malerei kenne ich grundsätzlich keine Beschränkungen hinsichtlich Materialien und Methoden. Ich bevorzuge die großformatige Malerei, meist auf Leinwänden. Es dominieren kräftige Farbtöne.

 

In meinen aktuellen Werken arbeite ich mit einer selbst entwickelten Giesstechnik. Hierbei werden Lacke auf eine Leinwand geschüttet bzw. gespritzt. Dies macht Spaß und bietet mir als Künstler immer wieder Überraschungen und neue Impulse.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Das gezeigte Bild trägt den Titel Blüte. Es ist mit fluider Technik auf eine 100 x 100 cm große Leinwand gemalt.

 

Neben dem schönen Farbspiel zeigen sich bei genauer Betrachtung kleinste feine Strukturen und Verläufe, die miteinander zusammen hängen. Alles fließt zusammen - oder entspringt - an einem Punkt.

 

Je nach Betrachtung einzelner Bildbereiche oder einem Drehen des Bildes entstehen ganz neue Assoziationen.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Da ich grundsätzlich nicht mit einer Vorstellung an ein konkretes Motiv zu malen beginne, kommt die Inspiration von Innen, von eigenen Gefühlen und Gedanken. Die Musik, die ich während des Malens höre, spielt hierbei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig ist es dann auch das entstehende Bild selbst, das mich weiter inspiriert.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

In meinen Anfangsjahren hat mich Gerhard Richter stark beeinflusst. Seine Rakeltechnik zeigt, wie sehr ein Künstler durch die Fokussierung auf den Prozess - und nicht das Ergebnis - zu spannenden, überraschenden und großartigen Werken gelangen kann.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Grundsätzlich entscheidet jeder Betrachter selbst, ob ein abstraktes Bild für ihn eine Botschaft enthält oder nicht, ihm dieses einfach ‚nur’ gefällt. Das ist für mich als Künstler kein Widerspruch.

 

Ich freue mich natürlich, wenn jemand für sich ein abstraktes Bild interpretiert. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch. Insofern sind meine Bildtitel immer nur Vorschläge: ‚Siehst Du das, oder vielleicht etwas anderes?

 

Abstrakte Bilder sind, wenn man sich auf sie einlässt, immer eine Intervention im Alltag. Insofern erfüllt für mich die abstrakte Malerei auch abstrakt betrachtet eine wichtige Funktion.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite ständig daran, neue Ideen künstlerisch umzusetzen. Die fluide Malerei bietet mir hier viele Möglichkeiten. Zurzeit experimentiere ich mit der Darstellung von fluiden Strukturen im Raum.

 

9. Was ist Ihr künstlerisches Ziel?

Ich möchte mich künstlerisch ständig weiter entwickeln und in den nächsten Jahren noch mehr Menschen mit meiner abstrakten Malerei ansprechen.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Ich werde in diesem Jahr im Dezember noch beim Internationalen Kunstmarkt in der Kunsthalle Lindenthal teilnehmen. Nächste Ausstellungen für 2017 sind bereits in Planung.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

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