· 

Künstlerin des Monats November 2016: RAMONA NIX (Odenthal)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Über meinen Beruf als Glasveredelungs-Meisterin war der Weg zur bildenden freien Kunst nicht weit. Schon der erste internationale Glaskunst-Wettbewerb 2000 brachte mir einen 1. Publikumspreis ein.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

Das Wesentliche an meiner Kunst ist es, mit den Charaktereigenschaften des Glases die Aussage meiner Werke zu unterstreichen. Die Wahl der Veredelungstechniken ist dem Thema des Entwurfes unterworfen.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Ich bearbeite unterschiedlichste Hohl- und Flach-Glassorten, vornehmlich im bereits erkalteten Zustand. Ich graviere, schleife, schneide, säge, hämmere, klebe, poliere, sandstrahle, beleuchte, schmelze… Glas. Zusätzliche Materialien wie Holz, Kupfer, Edelstahl nutze ich, wenn nötig, als haltgebende Elemente, oder ich integriere Fremdmaterialien ins Objekt, um die Aussage des Entwurfes durch die Eigenschaften des Materials symbolhaft zu verdeutlichen. Für mich hat jedes Material eine eigene Sprache, die ich zur Darstellung meiner Themen nutze.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Objekt!

Das oben vorgestellte Objekt zeigt eine menschliche Figur, die von einen Glasfelsen in die Atmosphäre hinein abspringt, - sie will eins werden mit Ausblick, Luft, Sonne, Wind,… – sie gibt sich hinein in... – deshalb der Titel: “Hingabe in…“

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Dieses Werk ist entstanden, während mir erzählt wurde, dass unbedingt eine Rehling von Nöten sei, wenn nach Ersteigen eines Berges eine wunderschöne Aussichtsplattform käme. „Warum denn das?“, fragte ich. „Um nicht herunter zu fallen?“ „Nein. Die Aussicht ist oft so hinreißend schön und der Wind bläst ins Gesicht, dass ich Lust bekomme, in diese Schönheit hinein zu fliegen.“ Das hat mich dermaßen berührt, dass ich beschloss, diese Situation in Glas fest zu halten. In dieser Weise entstehen die meisten Entwürfe, aus für mich beeindruckenden Momenten, Geschichten, Erlebnissen oder Empfindungen.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

Meine Objekte sind in ihrer Unterschiedlichkeit allesamt Träger einer mir wichtigen Botschaft, die ich durch eigene lyrische Texte unterstütze.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Die Mannigfaltigkeit, das Glas zu formen, seine Leuchtkraft, seine Vielfältigkeit, die ich auch in den internationalen Glaskünstler-Treffen sehe, macht mich immer wieder neugierig auf eigene ausdrucksstarke Neuschöpfungen.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Momentan arbeite ich an 2 Werken: Erstens an einem Glasmosaik, das ich in normale Wand-Fliesen einarbeite, und zweitens an einem kobaltblauen Überfang-Becher, auf dem ich eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte in sehr malerischer Lythophanie-Schnitt-Technik in die Farbschicht des Glases schneide. Das ist die schwierigste Technik in der Glasgravur. Die Farbschicht wird mit verschiedensten Diamanträdern durch Abtragen/dünner Schleifen aufgehellt, so dass eine “Ton-in-Ton-Malerei“ auf dem Glas stehen bleibt.

 

9. Was ist ihr künstlerisches Ziel?

Mein künstlerisches Ziel ist es, mir selber treu zu bleiben, meine Neugierde wach zu halten, meinen Mut zur Vielfalt zu bewahren.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Für die Zukunft strebe ich eine Ausstellung an, in der mit Ausnahme-Musikern jedes Werk musikalisch vor- und dargestellt wird, ein Spaziergang mit interessierten Zuschauern von Werk zu Werk durch die Ausstellung.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

Organisation & Kontakt:

Seona Sommer

Udo Funk

Flyer & Plakat & Webseitendesign:

Ekkehard Florin

Mail: info(at)bruecker-kunsttage.de

Tel.: 0163-8412030