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Künstler des Monats Januar 2017: RAINER CIMIOTTI (Köln)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Es begann damit, dass ich vor gut 65 Jahren ein paar Abschnitte von Eichen- und Lindenholz bekam. Mit Taschenmesser und zugespitztem Schraubendreher fingen die Versuche an, in Holz zu ritzen – begleitet von meinem Vater (Architekt und Aquarellmaler), und dann mit vom Taschengeld abgesparten Schnitzmesser.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

Die Vielfalt ist es, die mir der Werkstoff Holz bietet: Möbel, Gebrauchsgegenstände, Spielzeug, Instrumente, aber auch Bilder, Mosaike, Skulpturen – gegenständlich wie abstrakt – zeigen die große Bandbreite auf, was ich aus Hölzern aus aller Welt schaffen kann.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Heimische Hölzer, z.T. aus dem eigenen Garten, sowie Hölzer aus allen fünf Erdteilen regen zur gedanklichen wie praktischen Gestaltung an. Splint- und Kernholz, unifarbig bis gestreift, schwach oder stark gemasert, von weiß (Götterbaum aus China) bis schwarz (Ebenholz aus Afrika), in Härtegraden von weich (Linde) bis eisenhart (Schlangen- und Eisenholz) fordern mich heraus.

Es beginnt mit Säge und Beil, Schnitzmesser und Beitel, geht über Raspel und Feilen, durch alle Körnungen der Schleifmittel bis zuletzt zur feinsten Stahlwolle, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Das Ornament „Hommage à Palmyra“ entstand Anfang 2016 nach einem Besuch der Ausstellung „Palmyra – was bleibt?“ im Wallraf-Richartz-Museum. Es stellt ein Detail aus dem Deckenornament des Bel-Tempels in Palmyra dar, vom französischen Zeichner Louis-Francois Cassas im Jahr 1787 minutiös abgebildet.

Mein Anliegen: ein Beitrag zum Erinnern an ein antikes Kunstwerk, das leider inzwischen zerstört wurde.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Die Ideen zur Schaffung neuer Objekte kommen häufig spontan – z.B. durch Beobachtung, vor allem durch „Lesen“ eines Stückes Holz, das seine Möglichkeiten zur Gestaltung preisgibt. Ferner gibt es Wünsche und Aufträge, Dinge zu fertigen.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

In vielen Jahren autodidaktischen Arbeitens sind aus Beobachtungen Einflüsse und Prägungen entstanden. Großen Einfluss hatte mein Kunsterzieher am Gymnasium, Gerhard Loewe. Besonders haben mich Werke von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Ewald Mataré stark beeindruckt und angeregt mit ihrer starken Formensprache.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Ich möchte bewusst machen, wie warm und angenehm einheimische wie exotische Hölzer sein können, wie schön etwa Wurzelmaserholz, Olivenholz, Kokospalme usw. sind. Dieser nachwachsende Rohstoff sollte mit Respekt behandelt werden.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

In 2016 habe ich einen Rückenakt als Auftragsarbeit gemacht – die erste Arbeit in dieser Art. Es entstehen laufend Objekte aus Holz, aber auch Zeichnungen, Grafiken oder Kupferdrucke.

 

9. Was ist ihr künstlerisches Ziel?

Meine Ziele sind die Umsetzung von Gedanken, die Optimierung von Werken aus Holz, um die Attraktivität des Materials zu zeigen, sowie die möglichst zügige Bearbeitung bereits begonnener Objekte.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Interessenten können sich nach Absprache in unserem Haus Werkstücke anschauen.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

 

 

 

www.rainer.cimiotti.de

 

Tel.: 0221-9226166

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