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Künstler des Monats März 2017: HANS-JOACHIM REITER (Köln)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Die Anfänge machte ich mit der Kamera meines Vaters. Zustimmung in der Familie und bei Freunden ermutigten mich, weiterzumachen. Weihnachten 1967 überraschten mich meine Eltern mit einer Spiegelreflexkamera. Der Grundstein für meine Fotografie war gelegt.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

In meinen Arbeiten fühle ich mich nicht an ein konkretes Sujet der Fotografie gebunden. Ich fotografiere das, was mich anspricht!

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Ich fotografiere mit analogen und digitalen Spiegelreflexkameras sowie mit einer digitalen, spiegellosen Systemkamera. Die Bildbearbeitung verrichte ich an einem iMac oder iPad und an einem farbkalibrierten Zweitmonitor. Die Bildausdrucke werden gefertigt an einem farbkalibrierten A2-Drucker mit 9 Pigmenttinten. Für die Bildentwicklung kommt ein Farbmanagment zur Anwendung, über das auch die icc-Profile unterschiedlicher FineArt-Fotopapiere gemessen werden. Diese aufwendige Bildbearbeitung garantiert im Druckergebnis eine farbgetreue Colorfotografie und in der s/w-Fotografie eine optimale Grautonwiedergabe.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Das Bild zeigt den Altar in der Kirche „St. Peter“ in der Kölner Innenstadt. Bekannt ist dieses Gotteshaus auch unter dem Namen „Kunststation St. Peter“. Diesen Altar habe ich zu unterschiedlichen Tages- u. Jahreszeiten fotografiert. Beim Betreten der großen „Kirchenhalle“ -eine Bestuhlung wird nur für die Zeit eines Gottesdienstes eingerichtet, ein idealer Ort für die Präsentation von Kunst- fasziniert mich immer aufs Neue das Erscheinungsbild des „schmucklosen“ Altars im Wechsel des Lichtes unterschiedlicher Tages- u. Jahreszeiten. Gleich einer Symbiose fügt sich der schlichte Altar in das karge Bild der Kirche. Eben dieses Licht verleiht der Anspruchslosigkeit des Motivs jene Wertigkeit, die das Verlangen weckt, dieses Objekt zu fotografieren. Die Fotografie ist eine s/w-Arbeit in Cyantonung.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Oft sind meine Fotografien Arbeiten, deren Motive ich zufällig auf meinen Fotoexkursionen begegne bzw. entdecke. Im gleichen „Augenblick“ reifen in mir Gedanken, daraus ein Kunstwerk zu machen. Jedoch gibt es in der Tabletop- u. Studiofotografie Bilder, die geplant sind, und ich ein mir vorgegebenes Thema umsetze.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

Es gab Vorbilder in den frühen Jahren meiner Fotografie. Z.B. Ansel Adams, Edward Steichen, Man Ray, Henri Cartier-Bresson, Horst P. Horst u. a.. Geprägt hat mich keiner dieser Fotografen. Ich hatte immer eine eigene Sichtweise der Dinge.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Im Porträt versuche ich das Individuelle, das Charakteristische in den Gesichtszügen der Menschen zu finden. Mein Ziel im Allgemeinen ist, im Ausdruck des Bildes eine formale Ästhetik wiederzugeben.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite derzeit an einem Projekt „Mein Köln“. Meine Vorstellung ist die Erarbeitung eines Fotobuches, das Köln aus neuer Sicht zeigen soll, fern von den Abbildungen bekannter Bildbände.

 

9. Was ist Ihr künstlerisches Ziel?

In nächster Zeit möchte ich parallel zu meiner „klassischen Fotografie“ neue Wege im Ausdruck des Bildes gehen. Die „Haiku-Fotografie“! Sie ist die Adaption einer verbalen Ausdrucksform aus der fernöstlichen Lyrik in eine Sprache des Bildes. Haiku ist eine kurzes Gedicht aus der Zen-Kultur Japans. Theorien besagen, es habe die Dauer eines Atemzuges! Symbolisch wäre es vergleichbar mit der Belichtungszeit eines Fotos. Distanz, Nähe und Reduktion auf das Wesentliche sind Attribute dieser Fotografie. Der Fotograf, Martin Timm, aus dem Handwerk kommend, und Dipl.-Ing. des Photoingenieurwesens, ist der Initiator dieser Foto-Kunstrichtung. In Theorie und Praxis befasse ich mich zur Zeit mit dem Thema in seiner neuen Buchausgabe.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Im Sommer 2017 werde ich am am „11. Neubrücker Kunstsommer“ in einer Gemeinschaftsausstellung teilnehmen.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

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Seona Sommer

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