· 

Künstler des Monats April 2017: UWE ANDERS (Bergisch Gladbach)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich habe immer gerne gemalt. Ich kann mich erinnern, dass meine Bilder schon im ersten Schuljahr vor der Klasse als besonders gelungen gezeigt wurden. Irgendwann habe ich dann hochwertige Aquarellmaterialien geschenkt bekommen und einen Oldtimer gemalt. Von dem Ergebnis war ich begeistert und die Malerei hat mich nicht mehr losgelassen.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

mmh … das Wesentliche… das Wesentliche meiner Kunst hat auch immer mit Wesentlichem von mir zu tun. Zurzeit beschäftige ich mich mit der Sehgewohnheit in der Kunst. Dazu breche ich mit Allvertrautem. So wird von mir die herkömmlich als Rückseite angesehene Seite einer Leinwand zur Vorderseite erklärt und so auch präsentiert.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Bei meinem aktuellem Bilderzyklus Wood and Canvas arbeite ich mit bemalten und mit meinen Motiven bedruckten Leinwänden, die ich auf Fichtenholz montiere. Zum einen kann ich meine Botschaft „der neuen Sehgewohnheit“ sehr gut demonstrieren; zum anderen liebe ich es, auf Holz zu malen. Zudem arbeite ich mit Schriftschablonen, mit denen ich ein Spiel mit meinem Namen treibe. Das verleiht meinen Werken zusätzlich eine Art Corporate Identity.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Dies ist das Ergebnis eines Schaffensprozesses, das sich über mehrere Phasen entwickelt hat. Ein klassisch auf die Leinwand bemaltes und mit meinem Motiv bedruckten Werk wird auf eine Fichtenholzplatte, die ich ebenfalls bemalt habe, montiert – jedoch mit der herkömmlichen Rückseite nach vorne! Die Bedeutung liegt darin, dass das herkömmliche zur Schaustellen des Bildes aufgegeben wird. Es stellt die reale und psychische Abkehr von herkömmlich vorderseitig gezeigten Bildern dar.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Cicero spricht von der Idee als einem unerwarteten Hauch, der den Poeten oder Künstler ereilt – eine mächtige Gewalt, deren Wesen der Poet/Künstler hilflos und unbewusst ausgesetzt sei. Alles, was mich interessiert, kann zum Impulsgeber, zur Inspirationsquelle werden. Meines Erachtens wird das Bekommen einer Inspiration mit dem Erleben ebendieser mehr oder weniger verschmolzen und wird in meinem Tun und Wirken so gut es geht festgehalten.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

Viele Künstler haben in ganz unterschiedlicher Weise auf mich große Anziehungskraft bewirkt. Auseinandersetzungen mit Licht und Farbe, Form und Gestaltung, Idee und Kreativität auf oft so geniale Art und Weise. Beeinflusst haben mich sicherlich viele. Geprägt hat mich letztlich niemand davon. Ich erhoffe mir durch mein Schaffen eine ganz eigene Prägung geben zu können.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

In meinen Augen transportiert jedes Werk eine Botschaft. Ob gewollt oder nicht. Bei meinem aktuellen Bilderzyklus zeige ich ganz bewusst eine Abkehr von der Norm auf und transportierte die Botschaft, sich klarzumachen, dass die Dinge nicht nur eine Seite haben. So wird die allgemein gültige Rückseite des Bildes in den Vordergrund gedrängt und ins Licht gehoben. Die allgemein gültige Ansicht der Vorderseite wird ad absurdum geführt. Die herkömmliche Rückseite verlangt ihre Aufmerksamkeit. Sie steht als Synonym für das „im Schatten Stehende“; für alle „Helfer im Hintergrund“, die kaum Beachtung finden. Alle Dinge haben gleich mehrere Seiten, die gemeinsam dazu beitragen, dass eine Seite davon, die „im Licht“ stehende Seite, sich eben dort befindet. Die umgedrehte Seite meiner Werke weist symbolisch ebenso darauf hin, wie auch bei vielen meiner Werke die Aufschrift „Diese Seite wird zur Rückseite erklärt!“ auf der herkömmlichen Vorderseite.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Zurzeit male ich ein Bild im Stile Eugéne Bonards. Da erfülle ich den Wunsch einer meiner Töchter.

 

9. Was ist Ihr künstlerisches Ziel?

Kunst kann sich nur entfalten, wenn sie gesehen wird. Ziel ist es, meine Kunst bekannter zu machen.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Ich habe zurzeit verschiedene Ausstellungen im In- und Ausland. Diese können auf meiner Website eingesehen werden.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

Organisation & Kontakt:

Seona Sommer

Udo Funk

Flyer & Plakat & Webseitendesign:

Ekkehard Florin

Mail: info(at)bruecker-kunsttage.de

Tel.: 0163-8412030