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Künstler des Monats Januar 2018: EKKEHARD FLORIN (Köln)

 

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Auslöser war wohl, wie bei vielen anderen Fotografen auch, die analoge Kamera meines Vaters, mit der ich meine Leidenschaft für visuelle Erlebnisse und deren Verarbeitung in einem Fotolabor entdeckt habe.

Das Studium zum Photoingenieur bildete dann das technische Fundament in einer Zeit, als der Wandel von der analogen zur digitalen Welt begann.

 

Neben meiner beruflichen Tätigkeit als Projektmanager im Bereich Digitale Medien bin ich der Fotografie immer verbunden geblieben und arbeite daher heute wieder vermehrt im Bereich der Architektur- und Eventfotografie.

 

2. Was ist das Wesentliche an Ihrer Kunst?

Die vielen Facetten fotografischer Ausdrucksmöglichkeiten faszinieren mich. Hierzu gehört für mich das Erkennen von Formen und Strukturen, die beim Malen mit Licht einem ständigen Wandel unterzogen sind. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Street-Fotograf. Eintauchen in eine lebendige, sich ständig wandelnde Szenerie und dann den optimalen Zeitpunkt der Belichtung erkennen und umzusetzen ist die essentielle Basis für meine Interpretationen im analogen oder digitalen Labor.

 

Da aber unabhängig von der Technik für mich der Blick und die Intention des Fotografen die wichtigste Grundlage für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Motiv sind, sind die digitalen Möglichkeiten für mich nur eine Erleichterung bei der Umsetzung meiner Ideen, die fast immer im Moment der Fotografie entstehen und nur selten im digitalen Labor.

 

3. Mit welchen Materialien und Methoden arbeiten Sie und warum?

Durch die Reduzierung auf Grautöne, harte Schatten, grelle Farben, subtile Unschärfen erlaube ich mir im Stile der impressionistischen Maler mein subjektives Empfinden zum Zeitpunkt der Aufnahme in der Weiterverarbeitung in dem Bild umzusetzen. Da jedoch die Bildidee bei den meisten Fotos bereits bei der Aufnahme entstanden ist, ist die digitale Nachbearbeitung mit ihren unendlichen Möglichkeiten kein Selbstzweck sondern eine intuitive Umsetzung dieser Idee mit den aktuellen technischen Möglichkeiten.

 

4. Sagen Sie ein paar Worte zu dem oben vorgestellten Bild!

Es handelt sich um ein Motiv aus meiner Serie „Men at work“, bei der ich versuche, das vermeintliche „Chaos“ auf einer Baustelle mit meiner Wahl des Standortes und des Ausschnittes in eine „Ordnung“ harmonischer Formen und Strukturen zu bringen und diese dann in eine Beziehung zu den Menschen zu bringen, die für die Entstehung eines technisch perfekten Gesamtwerkes aus unterschiedlichsten Materialien und Einzelteilen verantwortlich sind.

 

5. Woher bekommen Sie die Inspiration für ein neues Kunstwerk?

Die Inspiration begegnet mir täglich, wenn ich mit oder ohne Kamera unterwegs bin. Manchmal springt mich ein Motiv sofort an, ein anderes Mal komme ich – wenn möglich – zwei- oder dreimal wieder zu einem Ort und dann macht es Klick im Kopf – oder auch nicht.

 

6. Nennen Sie eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der Sie besonders geprägt hat, und erklären Sie, warum?

Meine Faszination für Landschaftsaufnahmen in SW hat in frühen Jahren auf jeden Fall der große amerikanische Naturfotograf Ansel Adams geprägt. Das Gespür für den Moment und die perfekte technische Umsetzung waren wegweisend.

 

Im Bereich der SW Streetfotografie ist auf jeden Fall Henry Cartier Bresson zu nennen und im Bereich der farbigen Umsetzung von urbanen Situationen Saul Leiter mit seinem unglaublichen Blick für Formen und Farben.

 

Auch Franco Fontana inspiriert mich in der Landschaftsfotografie, da er meisterlich die Umsetzung der Natur in Strukturen und Linien beherrscht.

 

7. Transportieren Ihre Werke eine Botschaft?

Wenn es denn eine Botschaft gibt, ist es diese:

Suche das Besondere im Alltäglichen und versuche dies in deinen Bildern dem Betrachter näher zu bringen. Mein Motto dazu lautet: Pass auf, wo du hinschaust! Es könnte Kunst sein.

 

8. Woran arbeiten Sie gerade?

Zurzeit arbeite ich an einer Serie über Baustellen im urbanen Umfeld. Auch hier reizen mich wieder die meist unbeabsichtigten grafischen Konstellationen der Materialien, Formen und Arbeiter, die ich beim Blick durch die Kamera nach meinem Empfinden zueinander in Beziehung setze

 

9. Was ist Ihr künstlerisches Ziel?

Mein Ziel ist es, mich selbst und dann im nächsten Schritt auch den Betrachter meiner Werke immer wieder für den „2. Blick“ zu sensibilisieren. Bei vermeintlich Alltäglichem oder auch profanen Dingen genauer hinzuschauen und die oft vorhandene Schönheit und Ästhetik im Detail zu erfassen.

 

10. Kann man bald Ihre Werke in neuen Ausstellungen bewundern?

Zurzeit bin ich im Auswahlverfahren bei der Rodenkirchener Kunstmeile im April 2018. Darüberhinaus ist eine Gemeinschaftsausstellung mit meiner Schwester, der Künstlerin für Ab- und Zufall, in gedanklicher Planung.

 

© Rechtliche Belehrung: Die Inhalte des Interviews sowie die angezeigten Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin/des Künstlers.

Organisation & Kontakt:

Seona Sommer

Udo Funk

Flyer & Plakat & Webseitendesign:

Ekkehard Florin

Mail: info(at)bruecker-kunsttage.de

Tel.: 0163-8412030